Capoliveri
© Peter Engelhardt

Elba

Natürlich und Vielfältig – die Insel Elba

Reisebericht von Peter Engelhardt
30. Januar 2020

Elba von oben betrachtet wie ein Fisch im Wasser

Elba: Wie ein Fisch im Wasser

Neunzehn Monate verweilte Napoleon Bonaparte auf der italienischen Insel Elba. Und der kleine große französische Staatsmann (seine Geburtsinsel Korsika liegt gerade mal 50 Kilometer östlich entfernt vom italienischen Festland) hinterließ deutliche Spuren auf der kleinen Insel Elba. Gelegen im tyrrhenischen Meer mit zehn Kilometern den berühmten Steinwurf entfernt vom toskanischen Festland, liegt Elba von oben betrachtet wie ein Fisch im Wasser. Mit 27 Kilometern Länge und 18 Kilometern maximaler Breite ist sie mit 224 Quadratkilometern nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Insel Italiens und die größte des toskanischen Archipels.

 

Streifzug durch Elba
© Fotos: Peter Engelhardt

In der Nase ein Hauch von Rosmarin, Thymian oder auch Minze

Unterschiedlichste Beschaffenheiten der Böden ¬ - von Granitmassiv über Sand- und Kalkstein bis zu Eisenerz – einem nicht unerheblichen Anteil an Waldbestand bietet Elba ein kontrastreiches Programm an natürlichen Gegebenheiten. Durchdrungen wird diese hügelige Landschaft landauf landab von dem Geruch der Maccia, einer speziellen Zistrose, die sich in Form eines kleinwüchsigen Buschwaldes nahezu über die ganze Insel erstreckt. Verstärkt wird dieser Duft durch die Existenz unzähliger mediterraner Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder auch Minze.

Die zahllosen unterschiedlichen Sand, Kies- und Felsstrände, der azurblaue Himmel und eine hohe Sonnenscheingarantie bescheren der Insel einen enormen hohen touristischen Stellenwert. Erwarb Elba in seiner langen Geschichte seinen Reichtum durch den Abbau von Eisenerz, so bringen heute Tausende „Festlanditaliener und ausländische Touristen wertvolle Euro auf die Insel.

Urkundlich 3000 vor Christus erstmals erwähnt haben in den nachfolgenden Dekaden und Jahrhunderten fast alle Völkerstämme ihre Spuren auf der Insel hinterlassen. Diese liegt strategisch günstig und wird so auch immer wieder von sarazenischen Piraten heimgesucht. Ab dem 11. Jahrhundert übernehmen die Pisaner mehr und mehr die politische und administrative Federführung des Eilandes. Die Familie Appiani hat bis ins 16. Jahrhundert das Sagen auf Elba. Danach streiten sich Spanier, Engländer und kaiserliche Truppen um die Insel. 1802 vereinnahmt Napoleon die Insel, 12 Jahre später ist er ihr berühmtester Bewohner. An den charismatischen Staatsmann erinnert jedoch nicht nur das Mineralwasser „Fonte di Napoleone“ (eine Heilwasserquelle, die dem General von seinem chronischen Blasenleiden befreite) sondern auch eine Infrastruktur, die er besonders während seines Aufenthaltes vorantrieb. Selbstredend residierte der Korse auch im Exil seiner politischen Größe angemessen: Die Villen di Mulini und San Martino wurden eigens für ihn errichtet. Auch das einzige Theater auf der Insel geht zurück auf das Engagement des Korsen.

Eine Insel mit Geschichte

Doch von den Hinterlassenschaften Napoleons abgesehen, hat Elba natürlich noch jede Menge andere Schönheiten und Freizeitaktivitäten zu bieten. Die zahlreichen Strände präsentieren sich in den unterschiedlichsten Größen und Formen: volle Plätze mit vielfältigen Vergnügungsmöglichkeiten wie Bootsverleih jeglicher Art sowie romantische Buchten in denen man ungestört und abseits des Trubels ein ausgiebiges Sonnenbad nehmen kann. Die Sandstrände von Biodola und Fetovaia gehören zu den schönsten der Insel. Der rote Sandstrand von Innamorata sowie die Halbinsel Calamita sind das Resultat großer Eisenerzvorkommen der Insel.

Ein Erlebnis der besonderen Art sind sicherlich die organisierten Touren unter Tage mit anschließendem Steineklopfen.
Wer mit der Fähre auf der Insel ankommt, landet fast immer in der größten Stadt der Insel Portoferraio. Der malerische Blick auf die das geschlossene Ensemble der Altstadt, den Fischerbooten und Yachten löst sofort eine glückselige Urlaubsstimmung aus. Imposant präsentiert sich die mächtige Festung Forte Falcone über der Stadt. Während Portoferraio als einziger Ort einen Hauch von Großstadtflair vermittelt, kommen die anderen Orte eher lieblich-beschaulich daher.

Marciana Marina im Westen liegt direkt am Meer und die ausgedehnte grüne und hügelige Hinterlandschaft erweist sich als Paradies für Biker und Wanderer. Der Monte Capanne ist mit 1018 Metern die höchste Erhebung der Insel. Wer keine Lust hat den Berg per pedes oder mit dem Fahrrad zu erobern, der kommt innerhalb fünfzehn Minuten auch ganz bequem in einem „gelben Käfig“ dem sogenannten Cabinovia zum Ziel.

Ein kleines Einkaufsparadies ist der kleine mondäne Badeort Porto Azzuro. Die pittoreske Postkartenkulisse mit der weitläufigen Piazza, der Hafen mit den vielen imposanten Yachten lassen einen gerne hier verweilen. Schicke Geschäfte findet man hier genauso wie einen wöchentlichen Markt mit einem reichhaltigen lokalen und regionalen Angebot an Textilien, Lebensmitteln und vielem anderen. Stolz auf dem Berg und schon von weitem zu sehen thront der kleine Ort Capoliveri. Die kleinen Gassen, jede Menge kleiner Cafés und hübscher Restaurants machen diesen Fleck zu einem der schönsten der Insel. Unweit davon finden sich zahlreiche Badestrände für die ganze Familie.

Die Natürlichkeit und Vielfältigkeit der Insel, die zahlreichen Strände haben Elba zu einem echten Hotspot für viele Urlauber gemacht. Und nicht zuletzt die elbanische Küche. Neben den typischen einfachen aber vielfältigen Nudelgerichten wird die Speisekarte vor allem von frischem Fisch dominiert. Ob gegrillt (alla griglia) oder gekocht (lesso) oder aus dem Ofen (al forno). Die Spezialitäten aus dem Meer, verfeinert mit den inseltypischen Gewürzen sind ein kulinarisches Highlight. Der gegrillte Thun- oder Schwertfisch ist ein Muss. Auch zahlreiche Schalentiere kann man hier ungeniert genießen, kommt doch alles frisch auf den Tisch. Dazu ein kräftiger, von der Sonne verwöhnter elbanischer Wein und das vollkommene Urlaubsgefühl ist perfekt. (Pe)

 

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